Wappen der Baronie Dohlenfelde und der Herzogenstadt Twergenhausen

Von den Unfreien
»… die Leibeigenen sollen tun, wie ihnen geheißen…«

Gut zwei Drittel der Landbewohner der Baronie Dohlenfelde und Herzoglich Dohlenfeldes sind unfrei, das heißt, sie sind als Leibeigene Teil des Fleckens Dere, den sie bewirtschaften und bewohnen. In den Bergen und in den besonders fruchtbaren Ländereien am Großen Fluss und in Wichtenfels ist der Anteil der Unfreien etwas niedriger, in den Rittergütern Schwarzfels und Maringen hingegen etwas höher. Unfreie genießen keine Freizügigkeit, dürfen keine Waffen tragen und sich nicht im Kampf üben, dürfen kein Land besitzen und nicht ohne die Zustimmung ihres Vormunds heiraten. Weiterhin müssen sie ihrem Grundherrn Frondienste leisten. Im Gegenzug gewähren die Grundherren den Unfreien Schutz und das Wirtschaftsrecht auf ihrer Scholle.

Als Grundherren über Leibeigene und Hörige treten der Baron Dohlenfeldes, der Junker Erzweilers, die Landedlen zu Wichtenfels und Zwackelfegen, die Edlen zu Moxarosch und Wolkenfold sowie die Ritter zu Darlinstein, Freyen, Maringen und Perainshof auf. Besondere Rechtsverhältnisse finden sich im Bergkönigsgut Grambosch, wo als Grundherr zwar der Baron Dohlenfeldes auftritt, die Gerichtsbarkeit über die dort lebenden Unfreien jedoch nach menschlicher Auslegung vom Bergkönig vom Eisenwald, nach zwergischer Interpretation vom Ältestenrat der Zwergensippe zu Xalatiko ausgeübt wird.

Juristisch noch interessanter ist die Situation in den Untertanengebieten Twergenhausens: In Herzoglich Growinsmark und dem Rittergut Schwarzfels, die seit 935 BF beziehungsweise 1032 BF der Herzogenstadt gehören, ist der Magistrat Twergenhausens der Grundherr über alles Land, und damit der Vormund aller Unfreien der beiden Landstriche. So kommt es, dass der Magistrat Twergenhausens im Prinzip darüber zu tagen hätte, ob Bauer Alrik Bäuerin Alrika ehelichen darf, oder ob es Bauernsohn Klein-Alrik gestattet sein soll, einen eigenen Hof zu gründen. Dies hat der Bürgermeister jedoch an Ratsmitglieder deligiert, den » Markvogt« der Growinsmark und den Schwarzfelser » Burg- und Gutsvogt«.

Die genauen Dienstpflichten der Unfreien variieren innerhalb Dohlenfeldes recht stark. So haben die Leibeigenen Zwackelfegens vier Tage einer jeden Woche auf den Äckern des Landedlen beziehungsweise des Noionitenklosters zu arbeiten, ebenso werden die Leibeigenen der Growinsmark vier Tage jede Woche zu Arbeitsdiensten herangezogen. Wo letztere dank ihrer fruchtbaren Äcker jedoch diese Last tragen können, sterben im kargen Zwackelfegen regelmäßig Kinder und Alte, da es einfach nicht genügend zu essen gibt. Die Unfreien im Edlengut Moxarosch und im Junkergut Erzweiler werden drei Tage in jeder Woche zu Hand- und Spanndiensten herangezogen, diejenigen im zu Erzweiler gehörenden Rittergut Maringen nur eineinhalb Tage. In Freiherrlich Dohlenfelde, den Rittergütern Perainshof, Darlinstein und Schwarzfels sowie im Landedlengut Wichtenfels sind zwei Tage wöchentlich der übliche Dienst. In Wolkenfold sind es drei Tage, doch dies wird von den Bauern des Edlengutes schon als große Erleichterung empfunden, waren doch bis Ende der Ordensherrschaft im Jahre 1025 BF fünfeinhalb Tage Frondienst vorgeschrieben. Der Ritter zu Freyen verlangt nur einen Vormittag Hand- und Spanndienste von seinen Leibeigenen, im Bergkönigsgut Grambosch fallen überhaupt keine regelmäßigen Frondienste an, dafür sind die zu entrichtenden Abgaben etwas höher als in den übrigen Teilen Dohlenfeldes.

Der allergrößte Teil der Unfreien hadert nicht mit seinem götterbestimmten Schicksal, sondern akzeptiert seinen Platz in der Ordnung des Raulschen Reiches. Die Grundherren wiederum kommen nach bestem Wissen und Gewissen ihren Pflichten nach, und die Peraine- und Traviageweihten, die oftmals das Leben der Bauern weit stärker bestimmen als die Grundherren, predigen, dass ein jeder Zwölfgöttergläubige zufrieden mit seinem Platz auf Dere zu sein hat. So gibt es, sollte nicht ein wandernder Tsageweihter aus dem Horasreich die Baronie durchqueren, wenig, das einen Bauern zum Aufruhr gegen die alte Ordnung aufstacheln könnte.